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Interview mit Dr. A. Wedel


Interview über die OLED-Forschung mit Dr. Armin Wedel



Worauf hat sich das Fraunhofer IAP im OLED-Bereich spezialisiert?

"Im Mittelpunkt unserer Forschung stehen polymerbasierte OLEDs, die uns ermöglichen, Lichtquellen und Monitore von morgen zu bauen; dünn und immer flexibler."

Weshalb wurde leuchtenden Polymeren als Ausgangsmaterial der Vorzug gegeben?

"Mit Polymeren kommt man heute wesentlich einfacher und mit geringeren Kosten zu Passiv-Matrix-Displays als mit organischen kleinen Molekülen. Noch sind die kleinen Moleküle den Polymeren hinsichtlich Farbe, Effizienz und Lebensdauer überlegen. Rote und grüne Pixel halten bereits weit über 10.000 Stunden durch, nur blaue Pixel verblassen derzeit noch schneller. Doch auch die Polymere holen sichtlich auf."

Was ist das Forschungsziel?

"Unser Forschungsziel ist das Erreichen einer Langzeit-Stabilität für flexible OLEDs. Wir müssen eine Methode finden, um OLEDs vor Luftfeuchtigkeit und Wasserdampf zu schützen. Die Qualität der Verkapselung bestimmt die Lebensdauer des Displays. Gegenwärtig wird festes Glas für die vorder- und rückseitigen Wände verwendet. Spezialklebstoffe werden für die Versiegelung der Kanten und die Ummantelung der elektrischen Verbindungen benutzt. Aber für zukünftige Anwendungen suchen wir nach flexiblen, transparenten Ultrabarrieren-Folien, mit denen wir Farbstoffe luftdicht in Kunststoff verkapseln können. Wenn uns das gelingt, können wir Displays auch aufrollen."

Was gibt es dabei gegenwärtig noch für Probleme?

"Probleme, die noch gelöst werden müssen, sind die Erhöhung der Lebensdauer von OLEDs und die Entwicklung von effizienten Materialien in allen Farbbereichen, die ein gleichmäßiges Leuchten ohne Farbänderungen während der gesamten Lebensdauer garantieren."

Was erwarten Sie von der neuen Technologie?

"Ziel der Entwicklungsarbeiten sind nicht nur Computer-Displays, sondern auch Anzeigen für Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Staubsauger oder Waschmaschine. Als Beleuchtung und Symbolanzeige sind die OLEDs den bislang eingebauten Anzeigen überlegen, weil sie als Flächenstrahler und aus jedem Winkel gut ablesbar sind. Sogar Displays als Etiketten in Kleidung und auf Nahrungsmitteln sind möglich, da die neue OLED-Technologie energie-effizient und preiswert sein wird."